Soft-Landing-Szenarien: Basisfall vs. Alternativen bei Politikunsicherheit

Navigieren in den komplexen Soft-Landing-Szenarien, während die Märkte zwischen Disinflation, widerstandsfähigem Wachstum und zunehmender Politikunsicherheit balancieren.
Wenn Marktteilnehmer ein Soft Landing einpreisen, wird die Szenariodisziplin zum wesentlichen Rahmen für das Risikomanagement. Während der Basisfall typischerweise annimmt, dass die Disinflation bei moderatem Wachstum anhält, verschiebt die zunehmende Politikunsicherheit die Wahrscheinlichkeit hin zu Extremereignissen (Tail Outcomes), die der Markt oft erst dann einpreist, wenn sie sich manifestieren.
Der Basisfall: Disinflation mit resilientem Wachstum
Der aktuelle Konsens-Basisfall (geschätzte Wahrscheinlichkeit von 55–65 %) beruht auf einem fragilen Gleichgewicht, bei dem die Inflationshartnäckigkeit allmählich nachlässt, ohne einen signifikanten Anstieg der Arbeitslosigkeit. In diesem Szenario lockern sich die Arbeitsmärkte langsam genug, um eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern, was es den Zentralbanken ermöglicht, vorsichtig mit geldpolitischen Lockerungszyklen zu beginnen. Für einen tieferen Einblick, wie sich diese Dynamik global auswirkt, siehe unseren Globalen Marktausblick.
Bewertung der Risiken: Aufwärts- vs. Abwärtsabweichungen
Während das Soft Landing das primäre Narrativ bleibt, konkurrieren im aktuellen Makroregime zwei unterschiedliche Tail Risks um Aufmerksamkeit:
1. Das Risiko der Wiederbeschleunigung (15–25 %)
Dieses Aufwärtsrisiko für die Inflation beinhaltet eine Stagnation der Dienstleistungsinflation und weiterhin feste Löhne. In einem solchen Fall verzögern sich Zinssenkungen, und der vordere Bereich der Zinskurve preist sich höher ein. Risikoanlagen stehen dann einem erheblichen Durations-Gegenwind gegenüber, da das Narrativ „länger höher“ wieder auftritt. Dies ist oft mit Kanälen der Kerninflation (Core Persistence) verbunden, die Märkte genau verfolgen müssen.
2. Das Vertrauensschockrisiko (15–25 %)
Umgekehrt resultiert das Abwärtsrisiko aus der Unsicherheit bezüglich Handel und Politik, die die tatsächliche Geschäftsaktivität trifft. Wenn PMIs schwächer werden und die Personalbeschaffung sich verlangsamt, könnten die geldpolitischen Lockerungen der Zentralbanken beschleunigt werden. Allerdings könnten Risikoanlagen nicht steigen, wenn gleichzeitig Kreditbedingungen angezogen werden, was die Übertragung niedrigerer Zinsen auf die breitere Wirtschaft drosselt.
Wie man Szenariowechsel überwacht
Forex- und Makrohändler sollten sich auf drei spezifische Säulen konzentrieren, um festzustellen, ob sich die Basisausrichtung verschiebt:
- Inflationszusammensetzung: Achten Sie auf Dienstleistungs- und Mietpreise, um Anzeichen von Hartnäckigkeit zu erkennen. (Vgl.: Wohnen als verzögerter Inflationskanal).
- Indikatoren für Arbeitsmarkt-Slack: Überwachen Sie die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden und die Beteiligungsquoten anstatt nur die Schlagzeilenarbeitslosenquote.
- Investitionsabsichten: Nutzen Sie Unternehmensumfragen, um festzustellen, ob Politikunsicherheit zu einem Rückgang der Investitionen führt.
Technische Beobachtungsliste: Was als Nächstes zu beachten ist
Der weitere Verlauf hängt von der Reihenfolge der kommenden Daten ab. Händler sollten Inflationsdaten der nächsten Stufe und Lohnindikatoren priorisieren, um den Disinflationstrend zu validieren. Darüber hinaus dienen globale PMIs als Frühwarnsystem dafür, ob stimmungsbedingte Verlangsamungen in eine reale Aktivitätsschwäche übergehen. Beobachten Sie die Kreditspreads und Kreditumfragen genau, da diese oft das erste Signal für einen Regimewechsel hin zu einem härteren Landungs-Szenario liefern.
- Globaler Marktausblick: Inflationsanker und China-Trends
- US-Inflationsregime-Strategie: Verfolgung der Kerninflation
- Kreditbedingungen: Der Frühindikator für Wirtschaftswachstum
- Wohnen als verzögerter Inflationskanal
Frequently Asked Questions
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