FX Divergenz 2026: UK CPI steigt, Fed & SARB Pfade divergieren

Die globalen FX-Märkte navigieren in einem komplexen Umfeld aus hartnäckiger britischer Inflation, moderatem südafrikanischem VPI und einer Federal Reserve, die bei 3,50 %-3,75 % verharrt.
Die globalen Devisenmärkte treten Anfang 2026 in eine neue Phase struktureller Volatilität ein, angetrieben durch eine zunehmende Divergenz der Inflationstrajektorien und Zentralbankreaktionen in Großbritannien, Südafrika und den Vereinigten Staaten.
Die heutigen fundamentalen Daten zeigen, warum die FX-Volatilität weiterhin fest unterstützt wird. Während das Vereinigte Königreich eine "letzte Meile" bei der Inflationsbekämpfung überwinden muss, verzeichnet Südafrika weiterhin ein verankertes Preiswachstum, während die US-Notenbank an einer restriktiven Haltung festhält. Diese Divergenz der Preisentwicklungen führte direkt zu relativen Realzinsen und verschobenen Kapitalflussanreizen für das erste Quartal des Jahres.
UK Inflation: Die Herausforderung der letzten Meile
Die britische Inflation überraschte heute die Marktteilnehmer, indem sie mit 3,4 % im Jahresvergleich etwas höher ausfiel als erwartet. Während die Kernzahlen relativ stabil bleiben, deutet der Anstieg der Headline-Inflation darauf hin, dass der disinflationäre Regime-Wechsel ein vorübergehendes Plateau erreicht hat. Für die Bank of England (BoE) erhöht dies die Erwartungen an die Kommunikation bezüglich kurzfristiger Zinssenkungen.
Wie in den jüngsten Analysen zur UK-Inflation erwähnt, ist die Abfolge der geldpolitischen Lockerung nun strikt datenabhängig, wobei der Fokus verstärkt auf die Dienstleistungsinflation und das Lohnwachstum als primäre Knackpunkte liegt.
Südafrika: VPI-Resilienz stützt SARB-Lockerung
Im Gegensatz zur Aufwärtsüberraschung in Großbritannien bleiben die Inflationsdaten Südafrikas gedämpft. Die Headline-VPI lag bei 3,6 % im Jahresvergleich, wobei die Kerninflation mit 3,3 % sogar niedriger ausfiel. Dieses Umfeld niedriger Inflation gepaart mit hohen Nominalzinsen schafft ein erhebliches reales Zinspolster für die südafrikanische Zentralbank (SARB).
Der SARB-Lockerungspfad bleibt intakt, obwohl der Südafrikanische Rand (ZAR) weiterhin empfindlich auf globale Risikoaversion reagiert, die lokale fundamentale Verbesserungen oft überlagern kann.
Die Fed-Haltepolitik: Verankerung des US-Dollars
Auf der anderen Seite des Atlantiks wird weithin erwartet, dass die Federal Reserve die Zinsen bis März im Bereich von 3,50 %–3,75 % halten wird. Diese beständige Haltung verankert die kurzfristigen US-Zinsen und bietet dem US-Dollar (USD) durch positive Carry-Differenziale einen fundamentalen Boden.
Gemäß den aktuellen Ausblicken der Federal Reserve sind Zinssenkungen eher von der Entspannung am Arbeitsmarkt und der Zusammensetzung der Kerninflation abhängig geworden, als eine Gewissheit des Kalenderjahres 2026 zu sein.
Wichtige Markttreiber im Blick
- UK Dienstleistungen & Löhne: Die wichtigsten Indikatoren für den nächsten Schritt der BoE.
- SARB-Politikentscheidungen: Überwachung des Gleichgewichts zwischen niedriger Binneninflation und externer FX-Stabilität.
- US-Kerninflation: Wenn die Straffheit des Arbeitsmarktes anhält, könnte sich die USD-Haltepolitik verlängern.
- Handelspolitische Störungen: Geopolitische Schlagzeilen wirken weiterhin als Joker, der traditionelle fundamentale Spreads überlagern kann.
Fazit für Trader
Das Fazit für das Makroumfeld 2026 ist, dass die Politikdivergenz nicht nachlässt; sie wird nuancierter. FX-Paare reagieren weiterhin stark auf individuelle Inflations- und Wachstumsupdates, wodurch Carry Trades stark von der realisierten Volatilität und nicht nur von nominalen Renditen abhängen.
- UK-Inflation erreicht 3,4 %: BoE steht vor "letzter Meile" der Disinflation
- Südafrika-Inflation steigt auf 3,6 %: SARB-Lockerungspfad intakt
- Fed hält bei 3,50 %–3,75 % bis März: Zinssenkungen werden bedingungsabhängig
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