Britische Inflation erreicht 3,4%: BoE vor Hürden der „Last Mile“

Die britische VPI-Inflation stieg im Dezember auf 3,4%, was den Zinssenkungspfad der Bank of England erschwert, da die Dienstleistungsinflation und die Lohndynamik hartnäckig bleiben.
Die britische VPI-Inflation stieg im Dezember 2025 im Jahresvergleich auf 3,4%, nach 3,2% im November und übertraf die Markterwartungen von 3,3%. Während die Kerninflation bei 3,2% stabil blieb, ist die sofortige Erkenntnis für Händler, dass der Disinflationsprozess selten linear verläuft, was den Zeitplan der Bank of England (BoE) für geldpolitische Lockerungen erheblich erschwert.
Interpretation der VPI-Daten für Dezember
Der leichte Anstieg der Gesamt-VPI signalisiert nicht unbedingt eine Umkehr des langfristigen Trends, aber er schränkt die Kommunikationsmöglichkeiten der BoE-Politiker ein. Der Anstieg im Dezember wurde hauptsächlich auf saisonale Schwankungen und steuerbedingte Posten zurückgeführt. Dies schafft zwei gleichzeitige Marktrealitäten: eine hartnäckig erscheinende Schlagzeilenzahl und einen zugrunde liegenden Trend, der sich Ende 2026 möglicherweise immer noch am 2%-Ziel ausrichtet.
Die zentrale politische Komplikation besteht darin, dass das Mandat der BoE über die aktuellen Inflationswerte hinausgeht. Der Ausschuss konzentriert sich intensiv darauf, ob eine vorzeitige Lockerung die im Inland erzeugte Inflation, insbesondere im Dienstleistungssektor und beim Lohnwachstum, erneut anfachen könnte.
Das „Last Mile“-Problem und die Hartnäckigkeit der Dienstleistungen
Die späte Phase der Disinflation ist notorisch kompliziert. Während die Warenpreise oft den anfänglichen Rückgang der Inflation antreiben, hängt die „Last Mile“ von drei kritischen Faktoren ab:
- Preisverhalten im Dienstleistungsbereich: Dies bleibt die Haupteinschränkung für die BoE.
- Lohndynamik: Ein entspannter Arbeitsmarkt ist erforderlich, um Zweitrundeneffekte abzukühlen.
- Inflationserwartungen: Die Verankerung dieser Erwartungen ist entscheidend, um eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern.
Eine Abweichung von einem Zehntel bei den VPI-Daten ist kein Dealbreaker, erfordert aber eine vorsichtigere Formulierung für die erste Jahreshälfte 2026. Zeigt die Dienstleistungsinflation keinen deutlichen Abkühlungstrend, wird die BoE wahrscheinlich länger eine restriktive Haltung beibehalten, als der Markt ursprünglich angenommen hatte.
Auswirkungen auf den Zinssenkungspfad der BoE
Der Dezember-Wert erhöhte die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank of England einen „Warten auf Bestätigung“-Ansatz verfolgen wird. Die zentrale Frage für den Gilt-Markt ist, ob die aktuelle Politik restriktiv genug ist, um den Abwärtsdruck auf die Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, ohne eine Rezession auszulösen.
Ein plausibles Basisszenario für das Pfund Sterling (GBP) ist ein schrittweiser Lockerungszyklus, abhängig von den zukünftigen Daten. Jede erneute Beschleunigung des Lohnwachstums würde die erste Zinssenkung wahrscheinlich weiter in den Spätsommer oder Herbst 2026 verschieben.
Marktsicht
- Gilts: Kurzfristige Zinssätze bleiben am empfindlichsten. Erwarten Sie einen Anstieg der kurzfristigen Renditen, da die Erwartungen an Lockerungen zurückgedrängt werden.
- Sterling: Das GBP könnte von einer weniger dovishen BoE marginale Unterstützung erhalten, sofern die globale Risikostimmung stabil bleibt.
- Risikobehaftete Anlagen: Die Volatilität könnte zunehmen, da sich der Markt an ein „Stop-Start“-Lockerungsprofil statt eines reibungslosen Zinsrückgangs anpasst.
Was als Nächstes zu beobachten ist
Anleger sollten über den Haupthinweis VPI hinaus nach folgenden Bestätigungssignalen suchen:
- Der Trend der Dienstleistungsinflation.
- Kommende Lohnberichte und Arbeitslosenindikatoren.
- Verschiebungen in Umfragen zu Inflationserwartungen.
- Daten zur realen Wirtschaftstätigkeit, um Wachstumsrisiken zu beurteilen.
Für eine breitere Ansicht, wie sich die politische Unsicherheit auf die globalen Märkte auswirkt, lesen Sie unsere Analyse zu FTSE 100 Politikrisiko oder den Europäischen Inflationsausblick.
Frequently Asked Questions
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