China erreicht BIP-Ziel 2025, doch Q4-Verlangsamung deutet auf Risiken hin

China erreichte sein Wachstumsziel von 5 % für 2025, doch eine Verlangsamung auf 4,5 % im 4. Quartal unterstreicht anhaltende Herausforderungen beim Binnenkonsum und Exportabhängigkeit.
Chinas Volkswirtschaft lieferte für 2025 ein klares Gesamtergebnis: Das BIP-Wachstum erreichte im Gesamtjahr 5,0 % und traf damit erfolgreich das offizielle Regierungsziel. Unter der Oberfläche dieser Leistung verbirgt sich jedoch eine komplexere Erzählung: eine spürbare Verlangsamung im vierten Quartal und eine wachsende Kluft zwischen Industrieproduktion und Binnenkonsum.
Das makroökonomische Bild 2025: Resilienz vs. strukturelle Belastung
Während die Schlagzeilenzahl von 5,0 % eine robuste Wirtschaft suggeriert, bewerten die Märkte Chinas aktuellen Zustand zunehmend als „Resilienz, gestützt durch einen einzigen Motor“. Die Exportdiversifizierung diente im gesamten Jahr 2025 als entscheidender Puffer und half, zugrunde liegende inländische Schwächen zu kaschieren. Diese Abhängigkeit von der externen Nachfrage macht den Wachstumsausblick jedoch einzigartig anfällig für wechselnde globale Zyklen und zunehmende Zollrisiken.
Inlandsnachfrage vs. Industrieproduktion
Der Aktivitätsmix für das Jahr offenbart einen deutlichen Kontrast, der Ökonomen und FX-Händler gleichermaßen beunruhigt. Das Wachstum der Industrieproduktion übertraf das Wachstum der Einzelhandelsumsätze konstant, wobei letztere bescheidene 3,7 % zulegten. Diese Divergenz impliziert, dass die Grenzsteuerquote der chinesischen Haushalte nicht schnell genug steigt, um die Führung zu übernehmen, falls die Exportdynamik nachlassen sollte.
Weitere Informationen darüber, wie sich diese Verschiebungen auf die Außenbilanzen auswirken, finden Sie in unserer Analyse zu Chinas Konsumpivot 2026–2030 hin zu Dienstleistungen.
Warum die Dynamikverschiebung im 4. Quartal für 2026 von Bedeutung ist
An den Finanzmärkten zählt die Richtung oft mehr als Jahresdurchschnitte. Das Wachstum im vierten Quartal verlangsamte sich im Jahresvergleich auf 4,5 % – ein Dreijahrestief. Dieser Dynamikverlust am Jahresende wirft mehrere kritische Bedenken für den Beginn des Jahres 2026 auf:
- Politisches Handeln: Eine höhere Wahrscheinlichkeit aggressiver fiskalischer oder monetärer Unterstützung seitens Pekings.
- Vertrauenserosion: Das Risiko, dass eine Verlangsamung des Wachstums zu Angst auf dem Arbeitsmarkt führt, was die Haushaltsausgaben weiter dämpft.
- Asset-Sensitivität: Erhöhte Volatilität bei China-bezogenen Vermögenswerten und dem AUD als Reaktion auf politische Schlagzeilen.
Globale Marktauswirkungen
Der Übergang der chinesischen Wirtschaft hat erhebliche Implikationen für verschiedene Anlageklassen:
- Rohstoffe: Ein Übergang zum Konsum statt zu Infrastruktur ist im Allgemeinen weniger unterstützend für Industriemetalle wie Kupfer und Eisenerz.
- Schwellenländer (EM): Eine schwächere Dynamik in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt setzt EM-Assets oft über Handelskanäle und reduzierte Risikobereitschaft unter Druck.
- Forex (CNH): Der Offshore-Yuan bleibt ein primärer Indikator für die globale Risikostimmung, insbesondere in Zeiten von Datenüberraschungen.
Verwandte Analysen zu Handelsimplikationen finden Sie in unserem Bericht über die China-Wachstumszusammensetzung und Rohstoff-EM-Auswirkungen.
Fazit: Der Weg nach vorn
China hat sein Ziel für 2025 erreicht, doch die Verlangsamung im 4. Quartal lässt die mittelfristige Erzählung intakt: Die Wirtschaft bleibt widerstandsfähig, benötigt aber einen stärkeren Motor der Haushaltsnachfrage, um in einem zunehmend reibungsintensiven globalen Handelsumfeld stabil zu bleiben. Händler sollten im ersten Quartal 2026 die Zahlen zur Einzelhandelsnachfrage und die Kreditimpulsdaten genau beobachten, um Anzeichen einer Trendwende zu erkennen.
- China Q4 BIP-Vorschau: Wachstumsmoderation und Konsumpivot
- China stellt Konsumpivot 2026–2030 hin zu Dienstleistungen vor
- USD/CNH Marktnotiz: Yuan-Resilienz inmitten Chinas BIP
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