EUR/USD Analyse: Euro legt zu, da US-Dollar Kursrisiko neu bewertet

EUR/USD stieg auf 1,1717, da die Unsicherheit über die Handelspolitik den Greenback belastete, trotz eines Anstiegs der US-Treasury-Renditen nach dem MLK-Feiertag.
Das EUR/USD-Paar fand in der Sitzung vom 20. Januar einen soliden Halt und stieg auf 1,1717, da der US-Dollar einem breiten Verkaufsdruck ausgesetzt war, der durch eine Neubewertung der handelspolitischen Risiken verursacht wurde. Trotz eines bemerkenswerten Anstiegs der US-Treasury-Renditen konnte der Greenback seine typische zinsbedingte Unterstützung nicht anziehen, was darauf hindeutet, dass die Marktteilnehmer der Risikoabsicherung und der Neupositionierung nach den Feiertagen Vorrang vor den Zinsdifferenzen einräumen.
Markttreiber: Politikrisiko überwiegt Renditen
Der Hauptkatalysator für die Kursentwicklung am Dienstag war ein Anstieg der Unsicherheit bezüglich der Handelspolitik. Nach der Wiedereröffnung des US-Marktes nach dem Martin-Luther-King-Jr.-Feiertag kalibrierten die Anleger ihr Engagement im "Buck" neu. Während die 2-jährige US-Rendite in Richtung 3,946% und die 10-jährige Rendite auf etwa 4,27% stiegen, wurde diese Bewegung am Devisenmarkt eher als Verstärker der Volatilität denn als bullisches Signal für den USD interpretiert.
In Europa zeigte sich der Währungskomplex bemerkenswert widerstandsfähig. Die Gemeinschaftswährung profitierte von einer klaren Schwäche des USD, insbesondere da sich die Liquidität im Laufe des Londoner Vormittags verbesserte und in die Eröffnung in New York überging.
Sitzungsrückblick: Vom Londoner Handelsbeginn bis zum New Yorker Vormittag
Während der Londoner Sitzung führten die Arbeitsmarktdaten des Vereinigten Königreichs zu diskreter Volatilität, doch das übergeordnete Thema blieb die Schwäche des DXY-Proxys, der nahe 98,3300 gehandelt wurde. Bei der Eröffnung des Kassamarktes in New York um 09:30 Uhr zeigten die Aktienmärkte Schwäche, wobei die S&P 500 Futures um etwa 1,0% fielen. Dieser defensive Ton begünstigte Safe-Haven-Absicherungen wie den Schweizer Franken und den japanischen Yen und half dem EUR/USD, seine Intraday-Gewinne über der psychologischen Marke von 1,1700 zu halten.
EUR/USD Technische Analyse
EUR/USD schloss die Sitzung bei 1,1717 (+0,61%) und bewegte sich Intraday zwischen einem Tief von 1,1633 und einem Hoch von 1,1768. Die aktuelle Marktstruktur deutet darauf hin, dass eine USD-Bein-Neubewertung die dominante Kraft ist, wobei relative Zinssätze als sekundärer Filter wirken.
Wichtige Niveaus im Blick
- Widerstand: 1,1768 (Intraday-Hoch) und die Trendausweitungszone 1,1802.
- Pivot/Mittelwert: 1,1706.
- Unterstützung: 1,1633 (Intraday-Tief) gefolgt von der Marke 1,1599.
Wahrscheinlichkeitsgewichtete Szenarien
Basisszenario (60%): EUR/USD wird voraussichtlich weiterhin auf Schlagzeilen reagieren. Ohne einen größeren Datenschock dürfte das Paar in seinem aktuellen Bereich bleiben, während die Neupositionierung fortgesetzt wird. Ein Scheitern, 1,1768 entscheidend zu durchbrechen, könnte eine Rückkehr zum 1,1706-Pivot nach sich ziehen.
Alternative Szenarien (40%): Eine Vertiefung der handelspolitischen Schlagzeilen könnte eine Risikobereitschaft beschleunigen und die Nachfrage weiter in den Safe-Haven-Komplex treiben. Umgekehrt könnte eine Erholungsrally an den Aktienmärkten den USD stabilisieren und die jüngste Abwärtsbewegung zurück in Richtung des Eröffnungskurses von 1,1640 komprimieren.
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Was als Nächstes zu beobachten ist
Investoren sollten am Mittwoch die bevorstehenden US-Immobiliendaten im Auge behalten, einschließlich Baugenehmigungen und Baubeginnen um 13:30 Uhr Londoner Zeit. Darüber hinaus bleiben alle neuen handelspolitischen Schlagzeilen das primäre "Gap-Risiko" für die Übergaben zwischen London und New York.
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